Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Hier kommt alles rein, was woanders keinen Platz hat. Muss nicht unbedingt über Fotografie sein.

Moderator: Schlunzi

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Adele
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Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 17.07.2015, 18:08

.... Ich fotografiere nicht nur, sondern schaue mir gerne Bilder an.
Hier bei uns ist die Welt noch fotografisch in Ordnung... Da finde ich viele Bilder die mit möglichst Offenblende oder mit weichen Hintergründen.
Aber es gibt eine Welt außerhalb .... Es werden Bilder hochgelobt mit einer Tiefenschärfe, denen eindeutig nach meinem Geschmack ein weicher Hintergrund gut tun würde.

Bin ich jetzt altmodisch? .... Erkenne ich den Wert dieser Bilder nicht mehr?
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Beagle
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Beagle » 17.07.2015, 19:19

so ohne beispiel finde ich eine antwort, was gut ist und was nicht, schwierig.

aber so ganz allgemein gesagt ist dieses forum ja eine nische für gleichgesinnte, aber es gibt eben auch anderes, da draußen. nicht alles richtet sich nach altbewährten regeln. kann ja sein, dass sich gerade paradigmenwechsel anbahnen oder eine phase, in der manche mal was anderes ausprobieren. tempora undsoweiter.

schwierig wäre so was sicher für fotografen, die gezwungen sind, sich einer trendwelle anzupassen, die ihnen gegen den strich geht. authentisch sein (was auch immer dieser überstrapazierte begriff gerade genau aussagen soll) ist oft eben auch nur ein luxus, den man sich erst mal leisten können muss.

also das fällt mir so erst mal ein zur problemstellung.
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edith...
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon edith... » 17.07.2015, 20:07

.

vielleicht leistet die zunahme immer kleinerer sensoren in kameras mit viel moderner automatik
in den letzten jahren einen beitrag dazu. sehgewohnheiten werden ja oft einfach aus dem gegebenen
abgeleitet, wenn dann noch genug thumbups dazu kommen, flutschen andere gestaltungsmöglichkeiten
schnell aus dem fokus. oder waren nie drin.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 17.07.2015, 20:11

Ich weiß was du meinst.... ob es jetzt ein Trend ist, ja, dass kann sein oder man wird anspruchsloser.
Warum ich darauf komme .... ich sehe Bilder: Model steht auf einem Weg, soll träumerisch wirken, die Botanik in der Entfernung mit einer Knackschärfe, dafür x-Filter mit Flares und Farbverläufen. Oder Hund steht auf einer Wiese, die Wiese zieht sich eine Anhöhe hinauf .... wie schön wäre es da einen Schärfeverlauf zu sehen, statt dessen sehe ich die Blüten in der Anhöhe noch in der Schärfeebene. Und auch da wird mit Filter nachoperiert.

Ich gebe zu, wenn ich im Studio fotografiere, sind meine Bilder auch scharf bis in die Tiefe. Im Freien finde ich aber Dinge mit Schärfeverläufen zu betonen schöner und damit wahrscheinlich altmodisch.
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edith...
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon edith... » 17.07.2015, 20:20

.

oh ja, die mangacoloristen mit ihren aufbereitungstools... albin ist nix dagegen.

ich schaue bei den meisten nicht wirklich lange hin, ich kann damit nix anfangen,
und wenn es technik sein soll, die auf rezeptorische feinheiten abhebt, bin ich
wohl schon zu altersstumpf dafür.

ich mache mir da kein problem mit, soll halt jeder mögen, was er will.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Beagle » 17.07.2015, 20:31

beoi reinen landschaftsaufnahmen sehe ich das häufig, da ist das scharf von vorn bis hinten gewünscht und durch den bildaufbau und wahl der objektive in meinen augen alles zwischen genial und sterbenslangweilig. ein fotograf, dessen bilder ich sehr mag, ist rainer mirau, silent-moments.com.

die genannten beispiele model und hund - da würde ich eher auf kenntnisbefreitheit in sachen bildaufbau und motiv herausstellen schließen. plus wenig erfahrung in der bildbearbeitung bei oder nach der aufnahme. oder auf bewusstes das-mach-ich-jetzt-mal-ganz-anders. was das bejubeln angeht - dafür gibt es oft keine nachvollziehbaren gründe. also, ich mein, helene fischer hat ja auch ihre fans.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 17.07.2015, 20:47

Bei Landschaftsaufnahmen kommen andere Dinge zum Tragen, da kann eine durchgehende Schärfe zur Bildgeschichte beitragen.

Ich gönne ihnen ja den Stil, nur wenn man immer mehr davon sieht, frägt man sich einfach, ob man selbst inzwischen stehen geblieben ist.

Helene Fischer .... Okay, dass passt wunderbar, denn oft legt eine vor, verkauft sich gut damit und dann hagelt es von dem " Stil" .
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Beagle » 17.07.2015, 21:01

auf die landschaftsgeschichte bin ich zum einen gekommen, weil viele die filtertechniken ausprobieren und gerade im moment die ganzen gimmick- und filter-softwares und nur wenige einen tieferen plan haben. der rainer murau kam mir in den sinn, weil er grad ein bild veröffentlicht hat mit landschaft scharf von vorn bis sonstwo hinten und einem reh vorne links in der ecke. wobei das reh schlicht zur landschaft eingerechnet wurde.

ich denke mal, dass fotos, wie du sie meinst, in gewissen bereichen / gruppen massiert vorkommen und in anderen wenig bis gar nicht.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 17.07.2015, 21:25

Das wird es sein .... Das Gefühl damit übersättigt zu werden.

Ich werde den Fotografen ansehen, so manchmal ist gute Fotografie eine Wohltat.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Schlunzi » 18.07.2015, 11:37

speziell bei den Hundebildern fällt es mir auch auf, daß derzeit extrem viel *verfiltert* wird.... die ersten Bilder sahen wirklich noch irgendwie nett und auch so anders aus.... aber inzwischen bin ich schnell am weiterklicken...... ;)
viele Grüße
Sybille
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Ihr könnt meine Bilder bearbeiten und im Ursprungsstrang wieder anhängen.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon 1dfh » 18.07.2015, 12:09

Warum stellt man denn nicht mal einen Link zu derartigen "Fotos ohne Anspruch" ein. Dann kann man es sich besser vorstellen, vielleicht dazu auch das "vergleichsweise Foto mit Anspruch". :top:
Liebe Grüße Dieter http://wp.1dfh.de
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 18.07.2015, 12:36

Es geht nicht darum, dass die Bilder ohne Anspruch sind, eher ob man selbst falsch liegt.
Dieses Phänomen kann in den FB Fotogruppen sehen, ich will jetzt auch keinen der Fotografen vorführen.

Also ich habe auch kein Aua damit, nicht mehr " In" zu sein. :)
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon solaner » 18.07.2015, 15:59

Ich denk auch, das das eine Folge der zunehmende Verbreitung von Kameras mit Mini-Sensoren ist. Systemkameras sind zwar klein und niedlich (und gerade ziemlich hip), aber haben halt auch einen kleinen Sensor. Ich denke, das wird sich wieder geben.
Ansonsten ist IMHO alles gesagt.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon solaner » 18.07.2015, 16:23

ach so, noch ein Nachtrag: statt auf FB nach guten Fotos zu suchen, versuch es besser auf G+. Da sind sehr gute (auf technischer Ebene) Communities.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 18.07.2015, 17:50

Meinen Sehnerv erhole ich gerne bei 1x.com, da bekomme den Blick auch wieder frei. :)


Jahrelang übt man möglichst wenig Tiefenschärfe zu generieren und dann hat man einfach das Gefühl nicht mehr das unter Fotografie zu verstehen, was man sonst kannte.
Das es an den Minisensoren liegen kann, leuchtet mir ein.


Danke, dass ihr euch mit mir Gedanken gemacht habt.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon 1dfh » 18.07.2015, 20:44

Also, ich denk mal so, ich mach meine Fotos nach meinen Vorlieben, dann ist es das wichtigste dass sie mir gefallen. Sonst mach ich sie eben nicht, da ist es mir auch "piepschnurzsowasvonegal" wenn z.B. andere Fotos mehr "lllikkkes" kriegen. :evil: Vielleicht ist das ein möglicher Ansatz. :)
Liebe Grüße Dieter http://wp.1dfh.de
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 18.07.2015, 22:09

Die Likes sind mir schnurz, davon kauft sich keine Butter zum Frühstück. ;)

Es geht wirklich um das Wandeln von den Dingen, die man vorher gut fand und auch an Bildern genießt , und die plötzlich anscheinend kaum Beachtung finden.
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Seebär » 18.07.2015, 22:10

... oooch ... es gibt doch immer wieder Modeströmungen und die eine oder andere Technik ist mal wieder modern. Im Grundsatz wird sich in der Fotografie nicht viel ändern (können). Ab und zu tauchen mal die Crosentwicklungen ... Vintageeffekte oder die am Rechner nachgebauten Tilt-Schift-Effekte wieder auf ...

Am wichtigsten ist für mich, das ich mich mit meiner Art zu fotografieren identifizieren kann und Spaß dran habe ... und an guten Bildern und mich glücklicherweise nicht von der verselfieten und versmartfonten Bilderspammerei beienflussen lassen muss ;)

... und irgendwann kommt jede Modeströmung mal wieder auf ... is wie mit Schlaghosen und 3 cm breiten Lederkrawatten ... und die Geschichte sagt uns das Schlaghosen beschi**en aussehen :lol:
Gruß Stef,
… oder in alphabetic Order: BiBär, Das Plüsch, H2O-Teddy, ... (der zu kurzen Signatur zum Opfer gefallen) ... Teichteddi, Tümpelbruno, Zehplüschi :D

Macht´s gut und Danke für den Fisch. - Douglas Adams
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Seebär » 18.07.2015, 22:15

Adele hat geschrieben:Es geht wirklich um das Wandeln von den Dingen, die man vorher gut fand und auch an Bildern genießt , und die plötzlich anscheinend kaum Beachtung finden.
... äääh ... findet doch noch Beachtung ... nur seltener und an ausgewählten Orten ... Fotoausstellungen zum Beispiel oder in Fotostammtischen und -gruppen. Wir haben zur Zeit eine kleine Fotoausstellung, die für den abgelegenen Veranstaltungsort überraschend guten Zuspruch bekommt.

Von nicht fotografisch versierten Menschen bekommen wir sowieso keine fachliche Kritik ... für die sind alle Bilder schön ... :o
Gruß Stef,
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Re: Änderung der Ansprüche an ein gutes Bild

Beitragvon Adele » 19.07.2015, 07:30

sind wir dann die " rückständigen" Fotografen, weil es nicht die breite Masse trifft ?

Stile kommen und gehen, dass ist wie bei der Mode. Allerdings ist die Basis eines guten Bilds eine Vorarbeit und dann kümmern wir uns um den Stil.
Also, wenn Bilder bis in die letzte hintere Ecke scharf sind, ist das für mich ein neuer Stil. Am Ende wird über viele verschiedene Effekte die Bildwirkung gesteuert.
Irgendwie will ich einfach lieber an technische Grenzen glauben als an einen neuen Stil. :)

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